Hinweise zum Verwenden mehrerer Betriebsprogramme auf dem selben Rechner (bzw. von der selben Festplatte)
Vorrangig soll der Hinweis gelten für den parallelen Betrieb von Windows und Linux.
Wichtiger Hinweis: diese Anleitung ist bisher nicht korrigiert/geprüft, bei Unklarheiten usw. vorher anfragen!
Der Start erfolgt in mehreren Abschnitten. Zuerst nach Einschalten des Rechners startet ein eingebautes Programm. Dieses Programm startet auch, wenn die Festplatte defekt oder nicht eingebaut ist (dieses Programm heißt BIOS).
Dieses Programm "gibt weiter" an ein Folgeprogramm auf der Festplatte (bzw. an das Gerät, welches eingestellt ist(1)).
BIOS -> FESTPLATTE
oder
BIOS -> CDROM/DISKETTE etc.
Zum Starten des Betriebsprogramms wird bei dessen Einrichtung auf der Festplatte ein Bereich eingerichtet, der Programme zum Starten enthält. Dieser Bereich heißt "Master boot record", abgekürzt "mbr"
Der "Master boot record" befindet sich ganz am "Anfang" der
Festplatte (u.a. bewirkt das, das der "mbr" von einer Formatierung
nicht betroffen wird, einschl. dort untergebrachter Viren).
Das Programm im mbr setzt den Start fort, indem wieder an das nächste zu ladende Programm weitergegeben wird.
Dafür bestehen mehrere Möglichkeiten.
"Einfache Möglichkeit": das nächste Programm ist weder bekannt (dem gerade besprochen Programm), noch wird dessen Vorhandensein geprüft. Die Weitergabe erfolgt an eine festgelegte Stelle. Zum Beispiel DOS: das mbr-Programm gibt weiter an den Beginn der ersten (primären) Partition der (ersten) Festplatte.
Eingerichtet wird das DOS-mbr-Programm mit dem Befehl fdisk /mbr (unter DOS). Dadurch wird der Bereich mbr mit dem DOS-mbr-Programm überschrieben.
Der DOS-Befehl "sys C:" kopiert laut Hilfe Systemdateien. Darüber hinaus richtet dieser Befehl das Starten ein, so dass das zu startende Betriebsprogramm als Ziel vom mbr-Programm erreicht wird.
"erweiterte Möglichkeit":
statt des Betriebsprogramms wird ein weiteres Ladeprogramm geladen, welches seinerseits das Betriebsprogramm lädt. Bei Windows 2000 oder XP heißt das Ladeprogramm "ntldr" (was für "[N]eue [T]echnologie [L]a[d]e[r] stehen könnte).
Zusätzlich ist das Programm im mbr in der Lage, eine Steuerdatei zu beachten und bei entsprechender Einstellung an verschiedene Folgeprogramme weiterzugeben. Dieses Programm bezeichne ich hier mit "Windows-Ladeprogramm"
Möglichkeiten und Bedingungen der Ladeprogramme
grub:
- gesteuert von Datei (menu.lst) (installierte Variante)
- startet/gibt weiter sowohl an Dateien als auch an "Orte"
(z.B. 3.Partition der 5. Festplatte)
- Kommandozeile
- "halbautomatische" Suche nach Dateien, Festplatten usw.
Windows-Ladeprogramm - gesteuert von Datei (boot.ini) - zur Laufzeit nur bereits eingerichtete Einträge verwendbar - lädt Windows (auch mehrere, verschiedene Installationen) oder Dateien - boot.ini besser aus Windows zu verändern, wegen ntfs
Ein Fazit ist: da die meisten der Startprogramme vor allem dazu geeignet sind, an ein anderes (Folge-) Programm weiterzugeben, kann man sowohl diese Programme "in Reihe", also nacheinander in verschiedenen Kombinationen als auch wechselnd u.a. im Sinne von "hin und zurück" verwenden (falls die Programme dazu konkret in der Lage sind, was meist der Fall ist).
Es empfiehlt sich daher, nicht irgendeine funktionierende Reihenfolge zu verwenden, sondern eine, die den konkreten Gegebenheiten gerecht wird.
Im Fall Windows/Linux parallel sind wichtige Gegebenheiten:
- Windows überschreibt bei Neuinstallation ungefragt den mbr mit seinem Programm (das hat zur Folge, dass vorher eingetragene andere Folgeprogramme wahrscheinlich nicht mehr auf diese Weise gestartet werden können)
Naheliegende Varianten:
Installationsort mbr Festplatte
grub -> linux/Windows-Ladeprogramm -> grub(datei) ... - dann
oder windows-Ladeprogramm -> windows/grub(datei) -> windows-Ladeprogramm / linux
Reihenfolge:
1) grub(im mbr) mit Auswahl 1a)Linux, 1b)Windows (Lader) 2) Windows-Ladeprogramm (auf Festplattenpartition) mit Auswahl 2a)Windos(auf Festplattenpartition), 2b) Linux (auf Festplattenpartition) und 3c)grub(Kopie von "grub 1)" als Datei auf Festplattenpartition, wieder bei 1) - das ist die Variante, die sich für häufigere Benutzung von Linux anbietet, wenn die Variante selten vorkommt, dass Windows neu installiert wird. M.E. etwas flexibler, u.a. durch einfachen Zugriff auf die Einrichtung von grub unter Linux
Kochrezept: Windows installieren, einschl. ladeprogramm Linux installieren, grub im mbr installieren. Linux starten, grub kopieren: ACHTUNG: nach einem Tippfehler bei "dd" gibt es keine Festplatte mehr. ALLES WEG!!! dd if=/dev/hda bs=512 count=1 of=/tmp/bootsect.hda (falls die Festplatte hda heißt) die Datei bootsect.hda auf einen Datenträger kopieren, zb. usbstick Windows starten, bootsect.hda in diee boot.ini eintragen (evtl. vorher Schreibschutz aufheben: attrib -R boot.ini)
1) Windows-Ladeprogramm (im mbr) mit Auswahl 1a) Windows, 1b) grub (Kopie des auf Festplattenpartition installierten Grub als Datei auf Festplattenpartition) 2) grub(Kopie,Datei auf Partition) mit Auswahl 2a)Windows-Ladeprogramm (im mbr), 2b) Linux (auf Partition) - bei dieser Variante wird die "eigentliche" grub-Installation auf einer Festplattenpartition normaler Weise nicht direkt verwendet, sondern dient nur als "Reserve". Verwendet wird eine Kopie dieser Installation als Datei.
(1) Das Startprogramm BIOS (steht für [B]asic [I]nput [O]perating [S]ystem) umfasst neben dem eigentlichen Startprogramm auch die Möglichkeit, grundlegende Einstellungen zu speichern (z.B., ob eine Festplatte verbaut ist und wenn ja, was für eine).

